Jeder von uns erlebt im Laufe seines Lebens zahlreiche Übergänge und Veränderungen, sei es der Eintritt ins Erwachsenenleben, der Wechsel in eine neue berufliche Rolle, der Umzug in eine andere Stadt oder der Beginn einer neuen Lebensphase wie das Elternsein oder das Älterwerden. Diese Übergänge sind oft mit Herausforderungen verbunden, die unser gewohntes Leben ins Wanken bringen können. Doch warum fällt es uns so schwer, neue Lebensphasen zu meistern?
1. Verlust von Kontrolle und Sicherheit
Neue Lebensphasen bedeuten oft, dass wir uns aus unserem gewohnten Umfeld und unseren Routinen herausbewegen müssen. Das Alte, das uns Sicherheit gegeben hat, verschwindet, und wir werden mit Unsicherheiten konfrontiert. In solchen Momenten können Gefühle wie Angst, Zweifel oder Orientierungslosigkeit auftauchen. Wir stellen uns Fragen wie: „Was kommt jetzt auf mich zu? Bin ich dieser neuen Herausforderung gewachsen?“ Solche Gedanken können uns lähmen und dazu führen, dass wir uns gegen Veränderungen wehren.
2. Die Macht der Gewohnheit
Menschen sind Gewohnheitstiere. Gewohnheiten geben uns Halt und erleichtern unseren Alltag. Doch wenn eine neue Lebensphase beginnt, müssen wir alte Gewohnheiten loslassen und uns auf unbekanntes Terrain begeben. Dieser Verlust des Altbekannten kann frustrierend und erschöpfend sein. Wir fühlen uns oft gezwungen, unser Leben neu zu ordnen, was Energie und Kraft kostet – Ressourcen, die in schwierigen Lebenssituationen ohnehin knapp sein können.
3. Der Druck von Erwartungen
Oft entstehen Schwierigkeiten beim Meistern neuer Lebensphasen auch durch den Druck, der von außen oder von uns selbst ausgeht. Gesellschaftliche Erwartungen, wie wir uns in bestimmten Lebensabschnitten zu verhalten haben, können belasten. Auch eigene Ansprüche – beispielsweise, eine neue Rolle perfekt auszufüllen oder den Übergang „reibungslos“ zu bewältigen – können dazu führen, dass wir uns überfordert fühlen.
4. Unverarbeitete vergangene Erlebnisse
Manchmal erschweren unverarbeitete Erfahrungen aus der Vergangenheit den Übergang in eine neue Lebensphase. Diese alten Wunden können sich in Form von Ängsten oder Unsicherheiten bemerkbar machen, besonders dann, wenn die neue Situation alte Verletzungen oder ungelöste Konflikte an die Oberfläche bringt. In solchen Momenten fällt es schwer, das Potenzial einer neuen Lebensphase zu erkennen, da alte Muster uns daran hindern, frei nach vorne zu blicken.
5. Fehlende Unterstützung und Isolation
Viele Menschen fühlen sich in Übergangsphasen isoliert, weil sie glauben, ihre Probleme alleine bewältigen zu müssen. Sie sprechen nicht über ihre Sorgen oder Ängste, sei es aus Scham oder dem Wunsch, stark zu wirken. Doch das Fehlen von emotionaler oder sozialer Unterstützung kann es schwieriger machen, mit den Herausforderungen einer neuen Lebensphase umzugehen.
Wie Sie neue Lebensphasen erfolgreich meistern können
Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Schwierigkeiten in Übergangsphasen normal sind und zum Leben dazugehören. Sie sind kein Zeichen von Schwäche, sondern eine natürliche Reaktion auf Veränderungen. Dennoch gibt es einige Ansätze, die Ihnen helfen können, neue Lebensphasen besser zu bewältigen:
Akzeptanz: Der erste Schritt ist die Akzeptanz, dass Veränderungen zum Leben gehören und wir nicht alles kontrollieren können. Anstatt gegen die Veränderung anzukämpfen, ist es hilfreicher, sie anzunehmen und nach Wegen zu suchen, wie Sie mit den neuen Gegebenheiten umgehen können.
Selbstfürsorge: Achten Sie darauf, gut für sich selbst zu sorgen. Veränderungen kosten Energie, und es ist wichtig, dass Sie auf Ihre eigenen Bedürfnisse achten. Gönnen Sie sich Pausen, gönnen Sie sich Zeit zur Reflexion und seien Sie geduldig mit sich selbst.
Unterstützung suchen: Es ist keine Schwäche, sich Unterstützung zu holen – sei es von Freunden, Familie oder einem Therapeuten. Ein offenes Gespräch kann oft den Druck lindern und Ihnen helfen, die Situation aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Positive Perspektive: Auch wenn neue Lebensphasen mit Herausforderungen verbunden sind, bergen sie oft auch Chancen. Jeder Übergang ist eine Gelegenheit für persönliches Wachstum und die Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu entwickeln.
Vergangenheit loslassen: Wenn Sie merken, dass alte Erfahrungen Ihre gegenwärtigen Übergänge erschweren, könnte es sinnvoll sein, diese Erlebnisse noch einmal bewusst zu betrachten und zu verarbeiten. Eine Therapie kann dabei helfen, alte Muster zu erkennen und loszulassen, um freier in neue Lebensphasen starten zu können.
Fazit
Neue Lebensphasen zu meistern, ist eine Herausforderung, die uns alle betrifft. Doch mit der richtigen Unterstützung, einer achtsamen Haltung sich selbst gegenüber und dem Mut, Veränderungen anzunehmen, können diese Phasen uns auch wichtige Chancen bieten. Denken Sie daran: Jede neue Lebensphase ist ein Schritt auf dem Weg zu einem erfüllten Leben – und manchmal ist es genau der Schritt, den Sie brauchen, um das Beste in sich selbst zu entdecken.
Ich freue mich darauf, Sie in meiner Praxis auf Ihrem persönlichen Weg durch Veränderungen und Übergänge zu begleiten und Ihnen dabei zu helfen, die Herausforderungen des Lebens gestärkt zu meistern.